Wenn Kinder schreien, weinen und sich auf den Boden werfen

Warum Wutanfälle kein Zeichen von schlechtem Verhalten sind.
Viele Eltern erleben Wutanfälle als besonders belastend.
Das eigene Kind schreit, weint, wirft sich auf den Boden oder reagiert scheinbar übertrieben — oft wegen Kleinigkeiten wie dem falschen Becher, einem falsch belegten Brot, oder einem zerbrochenen Keks. Dr. Aletha Solter prägte in dem Zusammenhang den Begriff des „Broken Cookie“.
Hinter starken Gefühlen steckt meist nicht „schlechtes Benehmen“, sondern emotionaler Stress.
Nach den Ansätzen von Aware Parenting sind Wutanfälle natürliche Mechanismen, mit denen Kinder Spannungen abbauen. Kinder weinen und wüten nicht, um Eltern zu manipulieren — sondern weil ihr Nervensystem Entlastung sucht.
Oft sind es nicht nur die aktuellen Situationen, die Kinder so stark reagieren lassen:
Überforderung, Übergänge, Konflikte, Müdigkeit, Trennungen oder frühere stressvolle Erfahrungen können sich im Alltag ansammeln.
Deshalb hilft es vielen Kindern nicht, möglichst schnell beruhigt oder abgelenkt zu werden.
Viel hilfreicher ist eine liebevolle Begleitung:
- Gefühle ernst nehmen
- Raum & emotionale Sicherheit geben
- liebevolle Grenzen setzen
- beim Kind bleiben
In meinen Beratungen beobachten viele Eltern, dass Kinder nach einem begleiteten Wutanfall wieder kooperativer, entspannter und verbundener wirken.
Starke Gefühle sind nicht das Problem.
Oft sind sie ein Zeichen dafür, dass ein Kind Hilfe bei der Bewältigung dieser benötigt.
Ich bin Ornella Schoch — zertifizierte Familienberaterin, Kommunikationsspezialistin M.A. und Gründerin von Aware Parenting Zürich.
In meinem Blog schreibe ich über starke Gefühle, kindliches Verhalten und Wege zu einem friedvolleren Familienalltag.
Als Mama und Beraterin begleite ich Eltern dabei, ihre Kinder besser zu verstehen und Konflikte ohne Machtkampf zu lösen — fachlich fundiert, alltagsnah und bindungsorientiert.